Samhain - Allerheiligen

Samhain ist das Neujahrsfest der Kelten und der Beginn des Winterhalbjahres.
Im Jahreskreis bildet das Mondfest Samhain das Gegenstück zu Beltane, dem keltischen Sommerbeginn.
Die Angaben zum Termin variieren je nach Quelle beachtlich.
8. Vollmond seit der Wintersonnenwende, auch Vollmond des Jägers/Hunter´s moon genannt.
In 2026: 26. Oktober
11. Neumond seit der Wintersonnenwende (heute favorisiert): 9. November 2026
Vollmond im „Schlachtmonat“ November: 24. November 2026
Erntefest oder Ahnenkult?
Samhain ist beides: Es ist sowohl das Fest der dritten und letzten Ernte als auch die Zeit der Ahnenverehrung. Im Jahreskreis des keltischen Kulturraums markiert das Fest den Übergang in die dunkle Jahreszeit, in der diese beiden Aspekte miteinander verschmelzen.
Nach der ersten Ernte (Schnitterinnenfest/Lughnasadh) und der zweiten Ernte (Herbsttagundnachtgleiche/Mabon) bildet Samhain den Abschluss des landwirtschaftlichen Jahres. Traditionell wurde in dieser Zeit geschlachtet, denn das Winterfutter reichte nicht für den gesamten Viehbestand. Durch Pökeln, Räuchern oder Trocknen machte man das Fleisch haltbar.
Es ist das Fest des endgültigen Abschieds vom Sommer, der physischen Vorbereitung auf die kalten, dunklen Monate und nicht zuletzt das keltische Neujahrsfest. Es war Erfahrungswissen unserer Vorfahren, dass Neues in der Dunkelheit entsteht: Das Heranwachsen eines Kindes im Mutterleib, die Geburt der jungen Bären in der Höhle, die Metamorphose der Raupe im Kokon, das Keimen des Samenkorns in schwarzer Muttererde.
Mythologisch gesehen ist der „Schleier“ zwischen der Welt der Lebenden und der Toten (der Anderswelt) in dieser Festnacht ganz dünn und kann durchschritten werden. Dass Schamanen ihre Hellsichtigkeit mit den Beeren der Tollkirsche oder der roten Huthaut des Fliegenpilzes förderten, darf vermutet werden.

Als Zeichen der Ehrerbietung wurden die verstorbenen Vorfahren eingeladen und bewirtet. Damit sie ihren Weg leichter fanden, erleuchteten Rübenlichter die Fenster. In der gut geheizten Stube stellte man ihnen Äpfel und Nüsse, frisch gebackenes Brot oder auch deftigen, herbstlichen Eintopf bereit.
Da sich die Natur zurückzieht, richtet sich der Blick der Menschen nach innen, auf die Vergänglichkeit des Lebens und auf den Respekt vor den eigenen Wurzeln. Die weisen Ahnen wurden um Rat gefragt, man hatte die Chance sich mit ihnen zu versöhnen oder Belastendes aus der Familiengeschichte endlich loszulassen.
Allerheiligen wird in der Westkirche seit dem Jahr 835 am 1. November begangen. Heute gelten in den Bundesländern, in denen der Tag ein gesetzlicher und stiller Feiertag ist (Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland), strenge Ruhe- und Schutzvorschriften.
Gedenken wir am 1. 11. aller Heiligen, so ist Allerseelen am 2.11. ein eigener Tag für die Verstorbenen.
Die Eibe (Taxus baccata) steht seit jeher für das Paradox von Tod und ewigem Leben.
Sie ist Deutschlands einziger einheimischer giftiger Nadelbaum. Alle Pflanzenteile außer dem roten Fruchtmantel enthalten das hochtoxische Alkaloid Taxin. Bei den Germanen und Kelten galt sie als Todesbote, wurde als Friedhofsbaum gepflanzt und für vergiftete Pfeile sowie zur Herstellung von Langbögen genutzt.
Eiben haben die Fähigkeit, aus einem hohlen Stamm heraus immer wieder Stockausschläge zu bilden und können so Jahrtausende überdauern.
Deswegen symbolisieren sie sowohl Tod als auch Unsterblichkeit.




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