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Herbst-Tagundnachtgleiche - Mabon

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Gabentisch mit Früchten zum Erntedankfest und einem Rechenrahmen als Symbol für den Moment der Ausgewogenheit zur Herbst-Tagundnachtgleiche.
Zweites Erntefest zur Herbst-Tagundnachtgleiche

Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen wurden in ganz Mitteleuropa gefeiert, lange vor den Kelten und Germanen: die Steinsetzungen von Stonehenge und Newgrange sind darauf ausgerichtet.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche markiert den Moment, in dem Tag und Nacht wieder im Gleichgewicht stehen. Ab jetzt sind für ein halbes Jahr die Tage wieder kürzer als die Nächte.


Nach der Getreideernte ist jetzt die Zeit der zweiten Ernte (Äpfel, Nüsse, Kartoffeln und Trauben).

Wir würdigen die Fülle des Jahres und bedanken uns bei der Natur für ihre reichen Geschenke.

Wir bereiten uns auf die stilleren, dunkleren Monate vor.


Herbstlicher Blumenstrauss mit Herbstzeitlose, Herbstaster, Fetthenne und Herbstanemone.
Herbstzeitlose Colchicum autumnale

Wie bei allen anderen heidnischen Jahreskreisfesten legte die katholische Kirche einen kirchlichen Feiertag auch in diese Zeit: Im 5. Jahrhundert führte Papst Gelasius I. den Michaelistag am 29. September ein. Früher war der Tag mit dem Dank für die Ernte verbunden, dann etablierte sich das Erntedankfest im Oktober. Die Herbstzeitlose, die nun auf den abgemähten Wiesen erscheint, ist die Blume Michaels (Michelsblume).


Traubeneiche mit Eicheln im Mastjahr 2026.
Traubeneiche im Mastjahr

Mastjahre

Bis ins 19. Jahrhundert war es üblich, die Schweine jetzt zur Mast in den Wald zu treiben, damit sie sich mit Eicheln und Bucheckern Winterspeck anfuttern konnten. Besonders lohnend war das in den Jahren, in denen die Bäume besonders viel fruchten, in den sogenannten Mastjahren.


Die massive Bildung von Samen der Rotbuche, Bucheckern, geschieht im gesamten Verbreitungsgebiet der Buche, von Norditalien bis Südschweden, gleichzeitig. Möglicherweise kommunizieren die Bäume über ihre Vernetzung durch feine Pilzfäden oder mittels Duftstoffe.

Aufzeichnungen aus dem Elsass im 18. Jahrhundert belegen, dass die Bestellungen für Salz und die Steuereinnahmen auf Schweinespeck alle sieben Jahre überdurchschnittlich waren. Daraus schliesst man auf Mastjahre der Rotbuche. Die Frequenz ist mittlerweile deutlich kürzer. Ein Grund könnte die Überdüngung durch Lufteintrag von Stickstoff sein.

Eichen bilden auch nicht jedes Jahr Samen aus, aber öfter als Buchen. Mastjahre werden in großen Regionen, aber nicht im ganzen Verbreitungsgebiet beobachtet.


In Mastjahren finden auch die wilden Nutznießer wie Mäuse, Eichhörnchen, Eichelhäher und Wildschweine, so viel Futter, dass sie sich rasant vermehren; in Folge ihre Fressfeinde auch. Aufgrund der Fülle bleiben noch genügend keimfähige Samen übrig. Die natürliche Regulation der Tierpopulation geschieht im Folgejahr. So hält sich die Natur im Gleichgewicht. Mangels natürlicher Feinde funktioniert das bei Wildschweinen allerdings nicht mehr.


Stilleben mit einem Löffel voll Eichenmehl, Eicheln der Roteiche, Holzkochlöffel und historischen Vorratsdosen aus Keramik.
Eichelmehl

Eicheln und Bucheckern sind wertvolle Nahrungsmittel

Waren sie einst Notnahrung in schweren Zeiten, so können wir heute die Chance nutzen, den seit den 60er Jahren abnehmenden Nährstoffgehalt moderner Zuchtpflanzen zu kompensieren.

Das Schälen von Bucheckern erfordert einige Geduld. Wie wäre es, erstmal mit den Eicheln in die gesunde Wildpflanzenküche zu starten?


In der Zeit von September bis März können Eicheln gesammelt werden. Wenn man sie nicht sofort zu Speisen verarbeiten kann, empfiehlt sich die Herstellung von haltbarem Eichelmehl, welches dann die Hälfte des Getreidemehls im Rezept ersetzt.

Von Suppe über Bratling, Brot und Brotaufstrich bis zum süßen Kleingebäck ist alles möglich, lecker und gesund!

 

Herstellung von Eichelmehl


·         Schälen

Eicheln im Wasserbad waschen und schälen

(alle auf dem Wasser schwimmenden Eicheln wegwerfen, sie sind wurmstichig)


·         Entgerben

Eichelkerne 3 – 4 Tage in ein Wasserbad legen.

Morgens und abends das Wasser wechseln.


·         Mahlen

Feuchte Kerne in einem Cutter fein mahlen.

Im Backofen oder Dörrapparat gründlich trocknen damit das Mehl lagerfähig wird.

 

2026 ist ein Mastjahr!

Also ab in den Wald zum Sammeln!

 


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