Mittsommer - Sommersonnenwende
- cschukei6
- 20. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juni
Die Sommersonnenwende ist das Gegenstück zur Wintersonnenwende. Während die Menschen früher im Winter in Stille die Wiederkehr des Lichts und die Geburt des Sonnenkindes feierten, zog es sie zur Sommersonnenwende hinaus in die Natur, in die freudige Ekstase, in den Höhenflug der Seele.
Wie die Wintersonnenwende wurde auch die Sommersonnenwende einst über zwölf Tage hinweg gefeiert.
Am 21. Juni, dem Tag der Sonnenwende, oder nach der Christianisierung am Tag des heiligen Johannes am 24. Juni, war es Brauch, ein großes Feuer zu entzünden, zu feiern, tanzen, singen, schmausen, Holunderküchle zu essen und mit einem Gürtel aus Beifuß bekleidet über die Glut zu springen. Die Bauern glaubten, so hoch wie man sprang, so hoch würden Korn und Flachs wachsen. Junge, unverheiratete Paare sprangen gemeinsam über das Feuer. Blieben ihre Hände dabei verbunden, galt dies als Zeichen für eine beständige Verbindung.
Es war ein Freudenfest und es reinigte Leib und Seele, denn die kleinen dämonischen Geister, die sich so gerne in die Aura einnisten, springen ab, weil sie die Hitze nicht ertragen können.
Kalenderkunde zu Zeiten der Kelten
Im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz waren die keltischen Druiden in der Lage mit Hilfe eines natürlichen Sonnenkalenders die vier Sonnenfeste zu terminieren.
Das Belchensystem ist ein astronomisches Sichtsystem aus fünf Bergen:
Belchen (Schwarzwald, Deutschland)
Ballon d’Alsace (Vogesen, Fankreich)
Grand Ballon (Vogesen, Fankreich)
Petit Ballon (Vogesen, Fankreich)
Belchenflue (Kanton Solothurn, Schweiz)
Von den Gipfeln aus lassen sich die wichtigen Sonnenstände des Jahres beobachten:
Sommersonnenwende: Vom Ballon d’Alsace aus geht die Sonne über dem Petit Ballon auf.
Wintersonnenwende: Vom Ballon d’Alsace aus geht die Sonne über der Belchenflue auf.
Tagundnachtgleichen: Vom Ballon d’Alsace aus geht die Sonne über dem Belchen auf.
Die Namen dieser fünf Berge gehen auf den keltischen Licht- und Sonnengott Belenus zurück.
Sonnwendbuschen
In der 12-tägigen Mittsommerzeit, die am 15. Juni, dem Veitstag, beginnt, wurde nicht nur gefeiert, es wurden auch die Heilkräuter gesammelt, die jetzt in voller Blüte stehen.
Die sogenannten Johannikräuter (Johanniskraut, Schafgarbe, Beifuß, Lindenblüten u.a.) erreichen ihren Höhepunkt an Heilkraft. Der Kräuterbüschel, auch Sonnwendbuschen genannt, wurde kurz an das Johannisfeuer gehalten, um ihn mit Feuerkraft aufzuladen. Anschließend hängte man den Buschen als Schutzsegen im Haus auf. Den letztjährigen Strauß warf man ins Feuer.
Die Asche des Sonnwendfeuers galt als heilkräftig. Ebenso schrieb man dem Baden im Morgentau des Johannistages besondere Heilkraft zu.
Klassische Pflanzen für einen traditionellen Sonnwendbuschen sind:
Johanniskraut
Beifuß
Schafgarbe
Kamille
Ringelblume
Echtes Eisenkraut
Lindenblüte
Mädesüß
Frauenmantel
Meist aber bindet man intuitiv, was für die eigene Gesundheit als förderlich empfunden wird.
Traditionell werden symbolträchtige Zahlen wie 7, 9 oder 12 Kräuter für den Buschen verwendet.




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