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Imbolc - Maria Lichtmess

Aktualisiert: vor 3 Tagen



Imbolc ist das erste Frühlingsfest im keltischen Jahreskreis, ein Fest der Reinigung und des Lichts.

Die Menschen feierten das Ende der dunklen Jahreszeit, die Rückkehr des Lichtes und den Beginn des Frühlings. Es ist die Zeit des Erwachens, des Keimens und des Neuanfangs.

 

Imbolc ist ein Mondfest und wurde zwischen der Wintersonnenwende und der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche gefeiert. Heute wählen die einen den zweiten Vollmond nach der Wintersonnwende, andere planen ihre Feier zum zunehmenden Halbmond im Februar und wieder andere bevorzugen das feste Datum des kirchlichen Feiertags Maria Lichtmess, den 2. Februar.

 

Der Name „Imbolc“ stammt vermutlich aus dem Altirischen und bedeutet so viel wie

„Rundum-Waschung“. Eine andere Bezeichnung für dieses Fest ist „Oimelc“, „das Anlegen der Lämmer (an das Mutterschaf)“, was auf den Zeitpunkt hinweist, an dem Schafe im Frühjahr zum ersten Mal Milch geben.



Fest der Birkengöttin Brigid

Das Fest war der Göttin Brigid gewidmet. Die Birkengöttin, die Lichtgöttin, die von einem Strahlenkranz umgebene Jungfrau, wurde seit der Jungsteinzeit verehrt. Brigid zog, manchmal auf einem Hirsch reitend, über das Land. Sie weckte die schlafenden Samen und rüttelte an den Bäumen, so dass der Saft zu fließen begann. Das Schneeglöckchen ist das Lichtmessblümchen, welches die Wiederkunft der Göttin anzeigte. Die Birke mit ihrer strahlend weißen Rinde ist ihr Baum.


Das Fest der Brigid ist als Reinheitsfest im indogermanischen Reinheitskult verankert, welcher Dunkelheit als verunreinigend ansieht. Der Schmutz der finsteren Zeit musste mit frischem Wasser weggewaschen oder mit Reisig weggefegt werden.


Brigid regte nicht nur den Saftfluss der Bäume an, sondern stürzte auch die Menschen in den hormonellen Rausch des Verliebtseins, inspirierte die Dichter und die Sänger.

In der Fastnachtszeit spürte man ihr Wirken besonders deutlich. Im frühen Mittelalter bemühten sich die Missionare nach Kräften, die „unflätigen Festen“, die wahren Fruchtbarkeitsorgien mit viel Spaß, unsinnigem Treiben, Fressen und Saufen aus dem öffentlichen Leben zu entfernen.

 



Lichtmess

Im Zuge der Christianisierung wurde Imbolc - wie viele andere heidnische Traditionen auch - umgedeutet und in die christliche Lehre integriert.

Das frühe Christentum feierte zunächst „die Darstellung des Herrn“. Maria und Josef brachten den Erstgeborenen in den Tempel wo er Gott übergeben, also „dargestellt“, und gegen Opfergaben wieder ausgelöst werden sollte. Dieses Ereignis behielt zwar seine Bedeutung, jedoch rückte in der Kirche des Abendlandes Maria und ihr Reinigungsritual in den Vordergrund. Maria war es nach der Geburt erst dann wieder erlaubt den Tempel zu betreten, nachdem sie sich einer Reinigungszeremonie unterzogen hatte. In der jüdischen Religion galt eine Frau während 40 Tagen nach der Geburt als unrein.

In Jerusalem wurde das Fest seit Anfang des 5. Jahrhunderts am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert.


Das „wachsende“ Licht im heidnischen Kontext, wie auch die Übernahme des aus römischer Zeit stammenden Lichterfestes, führte zu dem Brauch, der "Maria Reinigung" zu "Maria Lichtmess" werden ließ: Man veranstaltete Lichterprozessionen und Kerzenweihen.


Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden in katholischen Kirchen und Privathäusern Krippen und Christbäume erst zu Lichtmess abgebaut: Am 2. Februar endete endgültig die Weihnachtszeit. Seit der Liturgiereform 1970 endet die Weihnachtszeit am Sonntag nach dem Dreikönigstag. Es halten nur noch wenige Gemeinden am alten Brauch fest – so zum Beispiel einige Orte im Erzgebirge.

 


Brigida von Kildare

In Irland ist der erste Februar der heiligen Brigida von Kildare geweiht. 

Sie wird als Schutzheilige des Viehes, der Kinder und der Wöchnerinnen verehrt. 

In der christlichen Brigida lassen sich viele Eigenschaften der keltischen Göttin Brigid wiedererkennen.


Brigid wurde um 451 in Faughart bei Dundalk, Irland geboren. Sie war die Tochter des heidnischen Stammesfürsten Dubhthach und einer christlichen Sklavin, welche an einen Druiden verkauft wurde, als sie schwanger war. Bereits als Kind heilte Brigid Kranke und speiste Arme auf wundersame Weise.

Als ihr Vater sie als Dienstmagd an den Hof zurückholte, verschenkte sie sein juwelenbesetztes Schwert an einen Bettler. Um sie loszuwerden, oder weil er ihre Heiligkeit erkannte, entließ er sie schließlich in die Freiheit.

Als Dubhthach sie aber verheiraten wollte, legte sie das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und errichtete sich um 468 eine Mönchszelle in einer großen Eiche: Cell Dara, Kildare. Mit einigen Frauen, die ihre betende Lebensweise bewunderten, entstand 480 ein Kloster, dessen Äbtissin sie wurde.

Kildare wurde später Bischofssitz und entwickelte sich zu einem religiös-kulturellen Zentrum, das auf die ganze Insel ausstrahlte.

Nach ihrem Tod am 1. Februar 525 in Kildare wurde ihr zu Ehren bis 1220 ein ewiges Licht,

das „St. Brigidenfeuer“, unterhalten. Ihr Nonnenkloster bestand bis zu seiner Aufhebung unter König Heinrich VIII. 1540.

Die heilige Brigida ist neben St. Patrick und Kolumban eine der drei Nationalheiligen von Irland.

 


Brigid´s Cross (Brigida-Kreuz)

Das Brigida-Kreuz ist ein traditionelles irisches, meist aus Binsen geflochtenes Schutzsymbol, das zum 1. Februar (St. Brigid’s Day) im Gottesdienst gesegnet wird.

Über Türen gehängt, soll es die Häuser vor Feuer schützen.

Mit größter Wahrscheinlichkeit geht das Kreuz der heiligen Brigida auf ein keltisches Symbol zurück, aber es gibt auch eine christliche Legende:

Dereinst soll ein heidnisches Stammesoberhaupt auf seinem Sterbebett nach Brigid verlangt haben. Er hoffte, durch die weisen Worten der Nonne seinen Seelenfrieden zu finden. Brigid kam und begann, ihn zu trösten. Während sie sprach, hob sie Gräser und Halme vom Boden auf und verwebte sie zu einem Kreuz. Sie erklärte dem Sterbenden die Bedeutung des Kreuzes, wonach dieser so berührt war, dass er noch unmittelbar vor seinem Tod zum Christentum konvertierte.

 

Brigid´s Crosses aus Binsen und aus Blätterteig! Rezept aus dem wunderbaren Buch "Backen im Jahreskreis" von Walpurga Zellinger
Brigid´s Crosses aus Binsen und aus Blätterteig! Rezept aus dem wunderbaren Buch "Backen im Jahreskreis" von Walpurga Zellinger


Lichtmess im bäuerlichen Leben


„Weihnachten um ein' Mückenschritt, Silvester um ein' Hahnentritt, Dreikönig um ein'

Hirschensprung und Lichtmess um ein' ganze Stund."

„Lichtmess, bei Tag zu Abend essen“ oder „bie Tag z'Nacht esse“

 

Vom Keltentum bis zum bäuerlichen Lebenszyklus unserer Großeltern, Lichtmess beherrschte lange Zeit menschliches Tun und Handeln.

Zu Lichtmess wurden die Arbeiten im Haus wie z.B. das Spinnen eingestellt und die Vorbereitungen auf die neue Feldarbeit begannen.

Für Knechte und Mägde war der 2. Februar von größter Bedeutung. Das Wirtschaftsjahr endete und die Dienstboten erhielten ihren den Jahreslohn in Geld und Naturalien. Nur jetzt konnten sie sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln. 

Die Zeit bis Agatha (5. Februar) war eine Art von vertraglich gesichertem Nichtstun, das man die „Schlenklweil“ nannte.


Lichtmess war ein wichtiger Orakeltag für das Wetter. Etliche Bauernregeln sind noch bekannt:

  • „Ist‘s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein, 

    wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“

  • „Wenn der Bär auf Lichtmess seinen Schatten sieht, kriecht er wieder auf vierzig Tage in die Höhle“.

  • „Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, geht auf vier Wochen er wieder zu Loche“.


Von den deutschsprachigen Einwanderern in Pennsylvania, wo es keine Dachse gibt, wurde das Waldmurmeltier um eine Wettervorhersage gebeten.

Der Murmeltiertag (Groundhog Day) ist bis heute ein kulturelles Ereignis, das alljährlich am 2. Februar an mehreren Orten in den Vereinigten Staaten und Kanada stattfindet. Um eine Prognose über den weiteren Verlauf des Winters zu erhalten, werden im Rahmen von Volksfesten Waldmurmeltiere (Marmota monax) zum ersten Mal im Jahr aus ihrem Bau gelockt. Wenn das Tier „seinen Schatten sieht“, das heißt, wenn die Sonne scheint, soll der Winter noch weitere sechs Wochen dauern.


Lassen wir uns überraschen!


 
 
 

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